Bild von mir mit dem Motorrad KTM LC4

Geboren 1984 in der ehemaligen DDR ging es im November 1989 für mich und meine Familie Richtung Westen.
Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich im schönen hohenlohischen Krautheim.
Die Leidenschaft für Zweiräder war schon früh vorhanden und so bekam ich zum Schulanfang mein eigenes BMX. Als Kind verbrachte ich meine Zeit fast ausschließlich in der Natur anstatt mich mit unnötigen Hausaufgaben zu beschäftigen. Ich machte den Angelschein und war ab dem Moment fast täglich fischen.

 Jugend und erstes Motorrad

Da ich mehr der Lausbub war, ließen die Probleme allerdings nicht lange auf sich warten. Schließlich schaffte ich meinen Realschulabschluss aber dennoch mit einem doch recht passablem Ergebnis.
Mit meiner Mutter hatte ich eine Vereinbarung getroffen. Sobald ich einen Ausbildungsplatz gefunden habe, dürfe ich den Moped-Führerschein machen.
Nach der ersten Zusage einer Mercedes Benz Autowerkstatt als KFZ Mechaniker nahm ich natürlich meine Mutter beim Wort. Sie war zwar alles andere als begeistert aber stand zu ihrem Wort. So saß ich schon eine Woche später in der Fahrschule um die 125ccm Lizenz zu erhalten.

Knapp 2 Monate nach meinem 16ten Geburtstag im April 2000 hielt ich meinen A1 Führerschein in Händen. Das Moped, welches ich mir schon im Winter zugelegt hatte war eine Suzuki RG80 Gamma. Aus heutiger Sicht ein völliger Fehlgriff, allerdings öffnete dieses Moped die Welt für mich. Da ich auf dem Land aufgewachsen bin, war es fast essentiell einen fahrbaren Untersatz zu besitzen. So wurde das Zweirad für mich zum Synonym für Freiheit.

Nach langem Überlegen und Gesprächen mit zwei Kfz Mechanikern, entschied ich mich diese Stelle nicht anzunehmen. Stattdessen begann ich eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma ebmpapst.

Meine Ausbildung war wirklich sehr gut. Ich bin bis heute sehr dankbar diesen Weg gegangen zu sein, da mich diese Entscheidung letztendlich auch hier her gebracht hat.

Den Weg zur Ausbildungsstätte und zur Berufsschule habe ich natürlich mit dem Moped zurückgelegt. Da ich auch kleinere und größere Touren mit dem Bike zurücklegte, kamen in den 2 Jahren knapp 18000km zustande.

Mein erstes Motorrad

Nach meinen Erfahrungen mit der Suzuki, die ich unzählige Male mit dem Boden bekannt gemacht habe, stand für mich fest, das ein Motorrad ohne Verkleidung her muss. Als ich 18 wurde war es dann soweit. Ich konnte eine Suzuki GS500E mein Eigen nennen. Ich liebte das Motorradfahren und war an den Wochenenden auf den verschiedensten Motorradtreffen Deutschlands zu finden.

Abitur

Da mir die Berufsschule sehr viel Spaß während meiner Ausbildung bereitete, entschied ich mich 2003 an der neu eingerichteten Technischen Oberschule in Künzelsau mein Abitur nachzuholen. Leider stellte sich schon bald heraus das es doch sehr theoretisch ist. Da ich ein praktisch veranlagter Mensch war es für mich sehr schwer die theoretischen Zusammenhänge zu verstehen. Schließlich schaffte ich es aber trotzdem und verließ die Technische Oberschule 2 Jahre später mit der Hochschulreife.

Studium

Im April 2006 startete ich mein Studium an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Das Ziel Realschullehrer mit den Fächern Geschichte, Technik und Mathematik.

Das erste Semester verging rasend schnell und so hatte ich bald schon Semesterferien. Da man als Student relativ lange Semesterferien hat, entschied ich mich eine Rucksacktour zu machen. Das Ziel war schnell klar.

Schottland 2006

Da ich schon immer nach Schottland wollte, als Student allerdings kein Geld verdiente, kam eigentlich nur eine Rucksacktour in Frage. So blieb das Motorrad zu Hause und ich startete meinen Trip. Da ich auch hier über ein nur knappes Budget verfügte, entschied ich mich den Weg nach Schottland zu trampen.

Das erste mal in meinem Leben das ich so reiste. Ich war doch sehr überrascht wie gut das Trampen funktionierte und so war ich schon  1 1/2 Tage später in Glasgow.

Highlands

Von hier brach ich auf um dem West Highland Way nach Fort Williams zu folgen. 150km durch die Highlands. Da dies meine erste richtige Trekkingtour war, wusste ich natürlich noch nicht was wirklich wichtig auf so einer Tour ist und so wog mein riesiger Rucksack über 20kg. Nicht wirklich ideal.

Der Trip war einfach berauschend und herausfordernd zugleich und öffnete mir die Augen, dass das Leben mehr bietet als nur die tägliche Routine.

Jakobsweg 2007

Zurück in Heidelberg beendete ich die nächsten 2 Semester, fühlte mich aber nicht wirklich wohl und spürte diesen inneren Drang die Welt zu bereisen. Da ich zu dieser Zeit viel von Paulo Coelho las wollte ich unbedingt auch auf dem spirituellen Jakobsweg pilgern. Allerdings nicht nur den letzten Abschnitt in Spanien, sondern den ganzen Weg von Heidelberg nach Santiago de Compostela zu Fuß.

Den ersten Abschnitt der Reise bestritt ich auf dem Fernwanderweg E1 der mich nach Konstanz führte. In Konstanz begab ich mich auf den Jakobsweg, der mich quer durch die Schweiz nach Genf brachte. Von Genf ging es weiter nach Frankreich. Ich beendete meinen Pilgerreise nach 5 1/2 Wochen südlich von Lyon.

5 1/2 Wochen auf dem Jakobsweg. Ohne Geld und Kreditkarte. Eine Reise die mein Leben für immer verändert hat.

2007 bis 2010

Nach meiner Reise auf dem Jakobsweg war für mich klar das ich mein Studium nicht beenden möchte und so arbeitete ich in den nächsten 2 1/2 Jahren in meinem erlernten Beruf als Industriemechaniker.

 

 

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